Willkommen bei der Brexbachtalbahn

… einer der schönsten Eisenbahnstrecken in Deutschland, einer großartigen Taleisenbahn von Neuwied am Rhein über Bendorf hinauf in den Westerwald nach Siershahn mit Anbindung an den ICE Köln-Frankfurt Mehr

Bahn frei für die Brex

Ratternd und mit einem hellen Pfiff bewegt sich das gelbe Schienenfahrzeug auf den Bahnübergang in Grenzau zu. Bevor die Gleise die Straße kreuzen, hält das Baufahrzeug mit der Bezeichnung „SKL“ an, damit der Bahnübergang gesichert werden kann. Ein Auto stoppt, als die Männer der Brexbachtalbahn aus dem Führerhaus steigen, um die Kreuzung in Warnwesten und mit Signalflaggen zu sichern. Eigentlich hat das Schienenfahrzeug Vorfahrt, „aber die Menschen sind es gar nicht mehr gewöhnt, dass auf dieser Strecke ein Zug fährt“, sagt Thomas Wirtz, der sich um die Organisation des wöchentlichen Einsatzes kümmert. Aber das soll sich bald ändern.

Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Der Winter hat im Gleisbett seine Spuren hinterlassen. Durch Frost, Sturm und Feuchtigkeit versperren immer wieder umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste die Strecke, die zersägt, abtransportiert und an passenden Stellen im Wald wieder abgeladen werden müssen. In mehrwöchigen Arbeitseinsätzen ist es den Eisenbahnfreunden seit Weihnachten aber gelungen, das gut elf Kilometer lange Streckenstück von Bendorf bis nach Höhr-Grenzhausen wieder frei zu räumen.

Das Vorbild und die Motivation für diese seit Jahren unbeirrte ehrenamtliche Arbeit der Eisenbahnfreude sind übrigens Erfolgsprojekte wie die Ilztalbahn bei Passau, die 3-Seen-Bahn im Schwarzwald oder die Schwäbische Waldbahn bei Stuttgart. Jahrelang stillgelegt, vergessen und von der lokalen Politik nicht gewollt, sollten sie für Fahrradwege abgerissen werden. „Das haben unsere Kollegen vor Ort zum Glück verhindert“, so Adolf Bongartz, Vorsitzender des „Brexvereins“ in Bendorf. Und Gernot Kallweit ergänzt: „Seit diese Strecken nach teilweise jahrelangem Kampf wieder in Betrieb sind, haben sie sich zu absoluten Touristikattraktionen mit tausenden von Fahrgästen entwickelt.“ Das ist auch das Ziel für die Freunde der Brexbachtalbahn. Sie arbeiten weiter jede Woche daran, dass eine vorhandene Bahn-Infrastruktur nicht verfällt, sondern für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht wird, um zukünftig vielen Gästen die Möglichkeit zu geben, das wilde Grün des Brexbachtals nachhaltig zu erleben und die Attraktionen und Wanderwege entlang der Strecke miteinander zu verbinden.


Inszenierung des Hochofen in der Gießhalle der Sayner Hütte

Mit einem großen Eröffnungsfest wurde die zweijähriger Sanierung des Hochofens in der Sayner Hütte abgeschlossen.
Minister Lewentz, Landrat Saftig und viele weiter Festredner hoben zu recht die weltweit besondere Bedeutung des Gebäudes mit der innovativen Technik des Hochofens hervor. Man sprach sogar vom „Silicon Valley“ des Eisengießens. Nicht erwähnt wurde jedoch – mal wieder – die Eisenbahn. Ohne sie hätte es den Industriezweig für Bendorf mit seiner bis heute identitätsstiftenden Wirkung gar nicht gegeben. Das gilt auch für die Zukunft, denn zum Bendorfer Leitthema „Industriekultur“ gehört die Brexbachtalbahn zwingend dazu – nicht als tote Materie, sondern als lebendige Touristikbahn. Wie sagte einer der Redner: „Kaltes Eisen braucht keine warmen Worte, sondern Taten“. Der Hochofen glüht jetzt wieder- zumindest mit Kunstlicht. Die Lokomotiven der Brexbachtalbahn aber werden der Stadtentwicklung und dem Tourismus richtig Feuer machen.

Zum Bericht der ARD-Tagesthemen

Historischer Bahnhof Ransbach jetzt unter Denkmalschutz!

Nächster Halt Denkmalschutz! Diese Nachricht dürfte Historiker und alle Mitglieder des Vereins Brexbachtalbahn e. V. gleichermaßen freuen. Wie aktuell bekannt wurde, erfährt der Bahnhof der Stadt Ransbach-Baumbach eine besondere Ehrung: er wurde von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz als Kulturdenkmal eingestuft und als Ensemble samt Vorplatz, Bahnsteige und aller Gleise in die Denkmalschutzliste des Landes aufgenommen. Der Bahnhof hat den Charakter eines typischen Kleinstadt-bahnhofs und ist wegen seines historischen Zeugniswertes im Hinblick auf Architektur, Technik und Verkehrsgeschichte besonders schützenswert, so die Behörde. Er ist zudem ein bedeutendes Zeugnis der industriellen Entwicklung des Westerwaldes, denn erst mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einem wirt-schaftlichen Aufschwung im Westerwald wie im Raum Bendorf.

Das Gebäude ist bis heute prägend für das Ortsbild und weist in seinem Inneren einmalige
bahnhistorische Ausstattungselemente auf. Für die zukünftige Touristikbahn ist das von hoher Bedeutung, hat man doch an der Strecke jetzt ein weiter Attraktion, mit der sich das Westerwälder Leitthema Keramik wunderbar präsentieren und mit dem Thema Eisenguss im Raum Bendorf verbinden lässt. „In Bendorf haben wir keinen zugänglichen Bahnhof mehr, umso wertvoller ist es für ein Touristikprojekt wie das der Brexbachtalbahn, ein solches Gebäude an der Strecke im historischen Zustand erhalten und wieder nutzen zu können,“ so Gernot Kallweit vom Verein, auf dessen Initiative die Mainzer Behörde aktiv wurde und letztlich auch die Einschätzung von der Bedeutung des Gebäudes teilte.

Bf Ransbach
Wiedereröffnung Jun. 2009

Bf Ransbach
Okt. 2018

Bahnhofshalle
Okt. 2018

Auf der Modellbahnbörse kam auch die „Brex“ zum Zug

Am liebsten würde man Platz nehmen in einem der Salonwagen und sich von einer alten Lokomotive durch die Welt chauffieren lassen – ohne sich über Verspätungen, Zugausfälle oder defekte Klimaanlagen ärgern zu müssen. Im Gegensatz zum großen Vorbild funktioniert die Technik der Modelleisenbahner meist perfekt. Dafür sorgten am vergangenen Wochenende die Modelleisenbahn-Interessen-Gemeinschaft-Urbar mit einer hervorragend besuchten und organisierten Börse. Viele Kindheitsträume gingen hier für 2 Tage in Erfüllung und da durfte die „Brex“ natürlich nicht fehlen. Denn auch auf ihr soll der Traum, sich in historischen Wagen durch die – echte – Natur chauffieren zu lassen, in Erfüllung gehen. Gernot Kallweit musste viele Fragen zum Projekt beantworten, das Interesse war an beiden Tagen enorm – auch an den vereinseigenen Publikationen.