127 Jahre bewegte Geschichte

Am 30. Mai 1884 wurde die Bahnstrecke von Engers nach Siershahn nach einer zwölfjährigen Planungs- und Bauphase eröffnet. Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 21,6 km. Kilometer 0,00 ist in Höhe des Empfangsgebäude Engers. Zwischen Engers und Siershahn ist ein Höhenunterschied von 230 Metern zu bewätigen. Um diesen überwinden zu können, musste 36 Brücken und Viadukte sowie sieben Tunnel und zahlreiche Einschnitte und Wälle errichtet werden.

1989 begann mit der Einstellung des Personenverkehrs der schrittweise Niedergang der Strecke. Der Güterverkehr wurde auf dem Abschnitt Engers – Grenzau bis 1994 und auf dem Abschnitt Grenzau – Siershahn noch bis 2001 aufrecht erhalten. Bis 1995 konnte im Rahmen des jährlich stattfindenden Drei-Städte-Wandertages noch Dampfsonderzüge zwischen Neuwied und Grenzau verkehren, ein Angebot das bis zu 30.000 Bahnfreunde und Wanderer nicht entgehen ließen. Am 30.04.2004 schließlich wurde die Brexbachtalbahn zwischen Engers und der Anschlussstelle Ludwig mit Genehmigung des Eisenbahnbundesamt endgültig stillgelegt und der Abschnitt zwischen Siershahn und der Anschlussstelle Ludwig in ein Anschlussgleis umgewandelt. Während der Bauphase der ICE-Schnellfahrstrecke wurde eine Verbindungskurve von der Brexbachtalbahn auf die Trasse der Schnellfahrstrecke errichtet, um Material per Bahn transportieren zu können. Dies waren die letzten planmäßigen Leistungen auf der Strecke.

Mit dem Ablauf des Trassensicherungsvertrages zwischen dem Land und der DB AG im März 2007 wäre das endgültige Aus der Brexbachtalbahn besiegelt gewesen. Die Gleisanlagen wären abgerissen, die Liegenschaften vermarktet worden, auf Teilen der Trasse wäre vielleicht ein Rad- oder Wanderweg entstanden. Dem kamen der Verein zusammen mit der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft aus Linz jedoch zuvor, indem sie ein Verkehrsbedürfnis für die Strecke formuliert und angemeldet haben. Der Verein ist vom Finanzamt Koblenz als gemeinnützig anerkannt, seit Sommer 2007 laufen die Arbeiten zum Freischnitt der Strecke. Pfingsten 2009 konnte das 125jährige Jubiläum mit einem großen Eisenbahnfest in Ransbach-Baumbach gefeiert werden. Seit Februar 2010 ist der Abschnitt Grenzau-Siershahn offiziell wieder in Betrieb und wird seit dem für Sonderfahrten genutzt. Zur Zeit arbeiten der Verein und der Betreiber an der weiteren Reaktivierung der Strecke von Grenzau über Bendorf nach Neuwied.