Historisches

Am 30. Mai 1884 wurde die Bahnstrecke von Engers nach Siershahn nach einer zwölfjährigen Planungs- und Bauphase eröffnet. Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 21,6 km. Kilometer 0,00 ist in Höhe des Empfangsgebäudes Engers.

Zwischen Engers und Siershahn ist ein Höhenunterschied von 230 Metern zu bewältigen. Um diesen überwinden zu können, mussten 36 Brücken und Viadukten sowie sieben Tunnel errichtet werden.

1989 begann mit der Einstellung des Personenverkehrs der schrittweise Niedergang der Strecke. Der Güterverkehr wurde auf dem Abschnitt Engers – Grenzau bis 1994 und auf dem Abschnitt Grenzau – Siershahn bis 2001 aufrecht erhalten.

Am 30.04.2004 wurde die Brexbachtalbahn zwischen Engers und der Anschlussstelle Ludwig mit Genehmigung des Eisenbahnbundesamt stillgelegt. Der Abschnitt zwischen Siershahn und der Anschlussstelle Ludwig wurde in ein Nebengleis umgewandelt.

Vor einigen Jahren wurde im Bahnhof Engers die Verbindung auf die Rheinstrecke ausgebaut. Für einen durchgehenden Betrieb müsste die Weiche zur Brex wieder eingebaut werden.  Dies lässt sich mit überschaubarem Aufwand verwirklichen. In Siershahn ist der Zugang zur Strecke weiterhin uneingeschränkt möglich.

Die Strecke befindet sich in einem allgemein guten Zustand. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Deutsche Bundesbahn Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts umfangreiche Investitionen in die Strecke getätigt hat. Der stellenweise starke Bewuchs stellt kein ernsthaftes Problem dar, da er ohne großen Aufwand beseitigt werden kann.

Zeittafel der Brexbachtalbahn

  • 1872: konkrete Überlegungen zum Bau einer Bahnverbindung vom Rhein in den Westerwald, drei Streckenführungen werden diskutiert
  • 09.06.1873: Baukonzession wird der RhE=Rheinischen Eisenbahngesellschaft erteilt
  • bis 1879: Planung, Finanzierung, Prüfung
  • 1880: Anordnung des ein- statt zweigleisigen Ausbaus, Beginn der Erdarbeiten
  • bis 1884: Bauphase, bis zu 900 Arbeiter allein im Bezirk Bendorf
  • Freitag, 30.05.1884: Eröffnung der Brexbachtalbahn
  • bis 1915: Güter- und Personenverkehr entwickeln sich sehr günstig und weit besser als gedacht
  • 1923: die Region wird von Franzosen besetzt, die auch den Bahnbetrieb übernehmen
  • 1924: die Unterwesterwaldbahn geht zurück an die Deutsche Reichsbahn
  • 1945: Ebernhahn und Siershahn werden von Bomben getroffen; die Deutschen sprengen beim Rückzug mehrere Brücken
  • 1946: schon im Juni sind alle Brücken repariert, der Zugbetrieb wird wieder aufgenommen
  • bis 1960: hohe Transportleistungen im Güter- und Personenverkehr
  • ab 1960: zunehmender Individualverkehr sorgt für einen Verkehrsrückgang bei der Bahn
  • 1972: der Personen- und Güterverkehr auf der Stichbahn nach Hillscheid wird eingestellt
  • 1979/80: die Bundesbahn saniert die Brexbachtalbahn für mehrere hunderttausend Mark
  • 31.05.1984: das 100-jährige Jubiläum wird groß gefeiert, 36.000 Besucher
  • 28.05.1989: der Personenverkehr zwischen Engers und Siershahn wird eingestellt
  • bis 2001: der Güterverkehr wird abschnittsweise stillgelegt
  • 2001: der letzte Abschnitt vor Siershahn wird beim Bau der ICE-Strecke genutzt
  • ab 2007: der Verein Brexbachtalbahn e.V. bemüht sich um die Reaktivierung der Strecke.

Daten und Fakten

  • Länge: 21,6 km (Engers – Siershahn) bzw. 6,6 km (Grenzau – Hillscheid, teilweise zurückgebaut)
  • 36 Brücken und Viadukte
  • 7 Tunnel mit einer Gesamtlänge von über 830 Metern
  • höchste Streckenklasse D4 für maximale Achslasten (22,5 to)
  • zurückgestuft 1996 auf 16 to

Streckenbeschreibung nach Thome 1926

Engers – Siershahn:
Eingleisige Nebenbahn, gebaut 1882 von der K. E. D. Köln (rechtsrh.), eröffnet 30.05.1884, wendet sich, von der Nordseite des Bfs. Engers (Rbd. Köln) ausgehend, nach Norden und tritt bald in das zwischen Waldhängen eingebettete enge Tal des Brexbaches, wo sie sich mit 36 Brücken und 7 Tunnels den Weg bahnt. Hinter Bahnhof Grenzau geht sie ins Tal des Masselbaches über; dem sie bis Ransbach folgt; hier überschreitet sie eine Ebene mit mächtigen Tonlagern und läuft von Süden in den Bahnhof. Siershahn mit besonderem Bahnsteig an dessen Westende ein. Sie steigt von Engers, 70,85 m, auf 299,85 m bei Siershahn. Größte Neigung 1:58.
km 0,00 Engers, km 2,79 Sayn, km 11,92 Grenzau, km 17,36 Ransbach (Westerwald), km 21,64 Siershahn.