Licht am Ende des Tunnels!

Nachdem sich die kommunale Politik und das Land 10 Jahre geweigert haben, das Projekt Brexbachtalbahn als Teil der touristischen Entwicklung der Region gemeinsam mit uns zu realisieren, haben sich der Betreiber, die Eifelbahn-Verkehrsgesellschaft mbH (EVG), und der Verein entschlossen, die  Strecke privatwirtschaftlich zu reaktivieren. Denn die Brexbachtalbahn besitzt ein großes wirtschaftliches und gesellschaftliches Potenzial.

Einen durch die EVG bereits im Dezember vergangenen Jahres gestellten Antrag auf Erteilung einer Betriebsgenehmigung hatte das Land nicht bearbeitet, so dass es am 30. November 2018 vor dem Verwaltungsgericht Koblenz zur Verhandlung einer von der EVG eingereichten Untätigkeitsklage kam.

Eine Entscheidung konnte jedoch nicht getroffen werden, da es unterschiedliche Auffassungen über die genau beantragten Streckenabschnitte gab. Auch für den Vorsitzenden Richter Ralf Geis war nicht klar genug formuliert, ob sich der Antrag auf Erteilung einer Betriebsgenehmigung bis in die DB-Bahnhöfe Engers und Siershahn erstrecken soll oder nicht. Außerdem, so argumentierte das Land, habe die EVG nicht alle erforderlichen Antragsunterlagen eingereicht. Insbesondere würden Angaben zur finanziellen Leistungsfähigkeit fehlen. Beim Anwalt der EVG, Alexander Kirfel löste dies Verwunderung aus: Der Genehmigungsantrag bewege sich ausdrücklich „exklusive Engers und Siershahn“, er könne sich doch gar nicht weiter als nur bis an die Übergabepunkte zur in Betrieb befindlichen DB-Infrastruktur erstrecken. Somit rede man bei der Strecke um einen reinen Inselbetrieb. Offensichtlich werde hier Infrastruktur und Verkehr miteinander vermischt. Um mit Schienenfahrzeugen von der Brex auf DB-Infrastruktur wechseln zu können, müssten zusätzlich Anschlussverträge mit der DB Netz AG geschlossen werden.

Da hier offensichtlich Missverständnisse zwischen den Beteiligten vorlagen, sah sich der Vorsitzende Richter Ralf Geis nicht in der Lage, über die Untätigkeitsklage zu entscheiden. Er stellte die Frage in den Raum, „Wie bekommt man es hin, dass möglichst schnell eine Genehmigung erteilt werden kann?“ Diese Frage stelle er auch, um den Mitgliedern des gemeinnützigen Vereins Brexbachtalbahn e. V., die seit über 10 Jahren unermüdlich und ehrenamtlich die Strecke „in Schuss halten“, eine Perspektive zu geben. Er selbst würde sich auch ehrenamtlich in einem Verein engagieren und wisse, was ehrenamtliches Engagement bedeute. Er empfahl, dass die Beteiligten sich zusammensetzen und die offenen Punkte besprechen sollten, da er nicht glaube, dass das Land eine Strategie der Blockade verfolge. Auf diesen Vorschlag einigte man sich schließlich. Das Land erklärte, dass es im Genehmigungsverfahren den Inselbetrieb der Strecke bewerten werde, die EVG sicherte zu, die Antragsunterlagen zu aktualisieren. Das Land hat also nun die Gelegenheit, in enger Abstimmung mit der EVG den Antrag neu zu bearbeiten und zu genehmigen.

EVG-Anwalt Alexander Kirfel erklärte abschließend, sobald die Genehmigung vorliege, würden Verhandlungen mit der DB Netz erfolgen, um die Anschlüsse nach Engers bzw. Siershahn sicherzustellen.

Wir, die ehrenamtlich engagierten Mitglieder des Brexbachtalbahn e. V. sehen die Entwicklung sehr positiv und betonen, dass wir uns auch weiterhin durch keinerlei Hindernisse aufhalten lassen, da es uns wichtig ist, dass das begonnene Projekt, für das wir stehen und von dessen Erfolg wir zutiefst überzeugt sind, auch zu Ende gebracht wird. Der britische Staatsmann Benjamin Disraeli drückte es so aus: „Das Geheimnis des ERFOLGS ist immer die Beständigkeit des Ziels.“ 

Um zu zeigen, zu welch positiven Ergebnissen das führt und was passiert, wenn sich aus Kleinem etwas Großes entwickelt, möchten wir an dieser Stelle auf einen Film über die Geschichte der Pressnitztalbahn im Erzgebirge verweisen. Hier wurde eine zu DDR-Zeiten abgerissene Strecke nicht nur aus Trümmern wieder neu aufgebaut, sondern die „PRESS“ als Betreiber hat sich zu einem bundesweit erfolgreichen Eisenbahnunternehmen mit 250 Angestellten entwickelt. Ein tolles Beispiel dafür, wenn Bürger und Eisenbahner ihre Zukunft selber in die Hand nehmen. Siehe hier:

https://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/video-244310_zc-ca8ec3f4_zs-73445a6d.html

Auch Bullen halten uns nicht auf bei der Realisierung des Projektes Brexbachtalbahn!